Satztechnik

Typografisches Masssystem

1 Point
0.35 mm
1 Pica
12 Point = 4.23 mm
1 Inch
6 Pica = 25.4 mm

Satz

Zeilenabstand
Abstand von Schriftlinie zu Schriftlinie
Auch Vorschub oder Leading genannt
Der ideale Zeilenabstand ist etwa 120–140% der Schriftgrösse.
Optischer Zeilenabstand
Abstand zwischen Schriftlinie und Oberkante der Mittellängen der folgenden Zeile.
Kompresser Satz
Zeilenabstand entspricht hier der Schriftgrösse. (Kein Durchschuss)
Durchschuss
Raum zwischen den Zeilen. Zeilenabstand minus Schriftgrösse ergibt den Durchschuss.
Bei grossen Schriftgraden sollte der Durchschuss nach optischen Gesichtspunkten einzeln angepasst werden.
Splendider Satz
Splendid = Grosszügig
Stark durchschossener Satz. Oft nötig auf farbigem Hintergrund.
Laufweite
Abstand zwischen den Buchstaben.
Es gibt: reduziert, normal, erweitert, optimal
Zeichenabstand
Serifenlose Schriften: Etwa die Breite eines «i»
Serifenschriften: Etwa die Punzenweite eines «n». Serifen dürfen sich nicht berühren.
Versalienausgleich
Alle Abstände werden dem grössten, nicht veränderbaren Abstand angepasst.
Wortzwischenraum
Der Wortzwischenraum beträgt etwa die Dickte eines «r» oder die Punzenweite eines «n». Normalerweise ist das etwa ein Viertel-Geviert.
Kleinere Wortzwischenräume
Bei Telefonnummern (ausgenommen Viertelgeviert nach Vorwahl)
Vor Hausnummern
Nach Abkürzungspunkten
Nach Apostroph
Zwischen Ziffern und Begriffswörtern
Geviert
Quadrat der jeweiligen Schriftgrösse

Buchstabe

satztechnik.buchstaben

  1. Schriftbild
  2. Vorbreite (Fleisch)
  3. Nachbreite (Fleisch)
  4. Offene Punzenweite
  5. Geschlossene Punzenweite
  6. Schriftkegel
  7. Dickte (horizontaler Platzbedarf)
  8. Schriftgrad (vertikaler Platzbedarf)
  9. Unterlänge
  10. Mittellänge
  11. Versalhöhe
  12. Oberkante Oberlänge
  13. Oberkante Versalien
  14. Oberkante Mittellängen
  15. Schriftlinie
  16. Unterkante Unterlängen
Schriftgrösse ermitteln
(Versalhöhe in mm) × 4 → Schriftgrösse in Point
Optische Mitte
Querstriche bei Buchstaben wie «H» und «E» die optisch in der Mitte erscheinen sollen, müssen dazu etwas höher als die geometrische Mitte liegen.
Mittellängen
Die Mittellängenhöhe beträgt etwa ²⁄₃ der Versalhöhe
Versalhöhe
Die Versalhöhe beträgt etwa ²⁄₃ der Schriftgrösse.

Schriftgrössen

Konsultationsgrösse
bis 8 Punkt
Für Fussnoten, Marginalien, Lexika, Wörterbücher
Lesegrösse
8 bis 12 Punkt
Für Grundtext bis 40 cm Lesedistanz (früher auch Brotschriftgrade genannt)
Schaugrösse
12 bis 48 Punkt
Für Titelseiten und Überschriften
Plakatschriften
über 48 Punkt
Auch Displayschriften genannt. Werden bei grosser Lesedistanz angewendet.

Zeichen im Schriftsystem

Versalien (Majuskeln)
Grossbuchstaben
Gemeine (Minuskeln)
Kleinbuchstaben
Ligatur
Zwei Zeichen auf einem Bleikegel.
Kombinationen wie «fl» oder «fi»
Kapitälchen
Versalien auf Mittellängenhöhe. Duktus ist dem der Gemeinen angepasst.
Versalziffern / Normalziffern
Alle ein Halbgeviert breit
Alle gleich hoch wie ein Versal
Werden in Tabellen und Auflistungen eingesetzt.
Minuskelziffern / Gemeine Ziffern / Mediävalziffern / Bastardenziffern
Haben Ober- und Unterlängen
Unterschiedliche Breiten
Werden im Fliesstext eingesetzt.

Striche

Divis (Viertelgeviertstrich)
Trennzeichen (Tren-nung)
Bindestrich (Müller-Lüdenscheid)
Wortersetzung (Hoch- und Tiefbau)
Streckenstrich (Halbgeviertstrich)
ersetzt das Wort «bis» (Thun–Bern)
Preise im Fliesstext (20.–)
Gedankenstrich
Gedankenstrich (Geviertstrich)
In Tabellen und Auflistungen als 00-Ersatz (20.—)

Quellen